Reunion

Thomas Butsch (aka Aaron Wilson) und Dirk Fellhauer (aka Adorion); die beiden Masterminds der ersten südwestdeutschen Electro- / Synthpop Formationen “Audible Visions” (1985-1995) arbeiteten bereits in den Jahren 1988 bis 1993 sehr intensiv und erfolgreich zusammen. Die innovativen Songs, die damals Beide während Ihrer gemeinsamen Zeit als Songwriter für die Band beisteuerten, sind unter Insidern und Fans auch heute immer noch in deren Playlisten zu finden.
15 Jahre nach der Trennung gehen beide Musiker seit Sommer 2008 nun wieder gemeinsame Wege, und machen dort weiter, wo Sie 1993 aufgehört haben.

In den Jahren von 1993 bis 2008 haben sich beide Musiker unabhängig voneinander weiterentwickelt. Vor allen Dingen in den Bereichen Produktionstechnik und Composing können beide mittlerweile auf eine breite Erfahrungspalette im analogen und digitalen Sektor zurückgreifen. Während Thomas Butsch eine Vielzahl an erfolgreichen – vorwiegend Techno- und Dance-orientierten – Tracks veröffentlichte; trieb Dirk Fellhauer unter dem Pseudonym Adorion in dieser Zeit sein gleichnamiges Soloprojekt voran. Dadurch haben beide Musiker eine Entwicklung durchlebt, die sich sehr vorteilhaft auf die neuen gemeinsamen Produktionen auswirkt.
Heute, in einer Zeit, in der elektronische Musik mehr und mehr Verbreitung im Mainstream findet; und wo es um Bands wie bspw. Wolfsheim und Camouflage eher still geworden ist, sehen die Musiker einen perfekten Startschuss für ein gemeinsames Projekt; auch im Sinne der Reminiszenz auf das musikalische Erbe der gemeinsamen Band Audible Visions.

Dirk Fellhauer: ” Wenn ich es heute im Rückblick betrachte, war die Trennung dennoch die richtige Entscheidung. Besonders, weil wir uns dadurch in vielerlei Hinsicht entwickelt haben; man könnte auch sagen, wir sind ´erwachsener´ geworden und diese Erfahrung kann uns keiner mehr nehmen. Manchmal dauert es eben etwas länger, aber der der jetzige Zeitpunkt ist goldrichtig und deswegen wollen wir es nochmal wissen.”

Im Sommer 2008 trafen sich Beide, um wieder gemeinsam zu arbeiten. Das erste Treffen hierzu fand im August statt und es wurde schnell klar, dass einer gemeinsamen musikalischen Zusammenarbeit nichts im Weg stehen würde. Die Klärung der produktionstechnischen Plattformen und die musikalische Ausrichtung wurden gewissermaßen noch am gleichen Abend beschlossen.

Thomas Butsch: „Es war ein bischen so, als würde man eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen, allerdings eine, bei der man seine gesamten Erfahrungen mitgenommen hatte. Wir waren uns binnen einer Stunde klar, was wir machen und erreichen wollen, vor allen Dingen haben wir sofort gemerkt, dass es einfach wieder ´passt´“.

“Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Prinzipiell waren wir Beide nie ganz von der Idee losgekommen, irgendwann wieder gemeinsam im Studio und auf der Bühne zu stehen. Zumal jedem von uns im Laufe der Jahre klar wurde, dass die “kreative Magie” die wir beide als Team damals empfunden hatten, mit anderen Musikern einfach nicht zu erreichen war.”, so Fellhauer

Beide Musiker sind seit mehr als 20 Jahren in der elektronischen Musikwelt zu Hause und da bietet es sich an, die Erfahrungen zusammen zu werfen, um den Versuch zu wagen, in dieser Stilrichtung neue Akzente zu setzen.

Thomas Butsch: ”Wir wollen moderne, elektronische Popmusik machen. Ganz einfach, weil wir wissen, dass wir es können”

Fellhauer: ”Wir haben den Eindruck, dass sich sie Elektronik-Szene musikalisch gesehen in den letzten Jahren nicht besonders weiterentwickelt hat. Die technischen Möglichkeiten innovative Sounds und Strukturen zu schaffen sind zwar im Überfluss vorhanden, aber nur wenige Bands der Szene verlassen die mittlerweile eingefahrenen Strukturen von Minimal-Elektro, Synthpop oder Darkwave. Wir versuchen, hier eine Weiterentwicklung voranzutreiben, ohne gleich avantgardistisch ´rüberzukommen.”

Parallel dazu werden ADORION natürlich auch wieder live auf der Bühne zu sehen sein. Die modernen technischen Möglichkeiten reduzieren den Aufwand hierfür auf ein erträgliches Maß, und wo man früher tonnenweise Equipment herumschleppen musste und viele Stunden für die komplette Verkabelung benötigte, reichen heute ein paar leistungsfähige Rechnner und wenige Tastaturen, um das benötigte Soundspektrum in perfekter digitaler Qualität zur Verfügung stellen zu können.

„Die aufwendigen Live-Sounds, die wir früher nur mittels mehrerer zusammengeschalteter Synthesizer produzieren konnten, bekommen wir heute aus dem Rechner geliefert. Das ist eine tolle Entwicklung, auch in Anbetracht unserer mitgealterten Wirbelsäulen!“, sagt Dirk Fellhauer

Live erwartet das Publikum eine abwechslungsreiche Mischung aus eigenen Kompositionen und elektronischen Leckerbissen, vorwiegend aus den 80ger Jahren, und selbstverständlich von den einschlägigen Bands dieser Zeit wie bspw. Depeche Mode, Soft Cell oder New Order – um nur einige zu nennen.
Zur Zeit befinden sich die Musiker im Studio und arbeiten an der ersten CD, die neben englischsprachigen Stücken auch deutsche Kompositionen beinhalten wird.


Bericht: Monika Wiesner

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